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Die Eiche beherbergt am meisten xylobionte Käferarten aller mitteleuropäischen Bäume. |
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Der Durchmesser eines toten Baumes beeinflusst die Zusamensetzung der ihn besiedelnden Arten. Dies gilt sowohl für stehende... |
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...als auch für liegende Stämme. |
| Fotos: Thomas Reich (WSL) |
Ein "guter" Baum sieht nicht in jeder Hinsicht gleich aus
Ein ökonomisch wertvoller Baum ist gerade gewachsen und sein Stamm möglichst astfrei. Auch Fäulen sind beim Nutzholz verständlicher-
weise unerwünscht. Xylobionte Organismen sind hingegen auf abwechslungsreiche, vielgestaltige Habitatstrukturen angewiesen, die auf gradschaftigen Bäumen mit kurzen Kronen nur selten vorkommen. Ein aus ökonomischer Sicht "guter" Baum ist aus ökologischer Sicht häufig "suboptimal" – und umgekehrt.
Der ökologische Wert von Totholz und alten Bäumen hinsichtlich der Artenvielfalt hängt von verschiedenen Faktoren ab: von Art und Grösse des Baumes, von seinem Standort, von seinem Mikroklima oder vom Abbaustadium des Holzes.
Nicht alle Baumarten sind für die Artenvielfalt gleich bedeutend. Speziell solche mit borkigen Rinden bieten einer Vielzahl von Insektenarten einen Lebensraum. Die Baumart beeinflusst auch den Abbauprozess des Holzes, der mehr oder weniger lang ist: 10 bis 20 Jahre bei Pappeln, Weiden und Birken, 30 bis 50 Jahre bei Buche und Kiefer und bis zu 80 Jahre bei Eichen. Je langsamer sich das Holz zersetzt, desto nachhaltiger unterstützt das daraus entstehende Substrat die Entwicklung von xylobionten Organismen.
Die Eiche ist die beste Wirtin unter den einheimischen Bäumen. Sie beherbergt mehr Arten und xylobionte Organismen als alle anderen Baumarten; beispielsweise 3 mal mehr Käfer als die Fichte und 5 mal mehr Pilze als die Buche. Auch zahllose Vögel schätzen ihre "Gastfreundschaft". Der Eichelhäher trägt die Eiche sogar im Namen.
Folgende Tabelle zeigt die Bedeutung verschiedener Baumarten für xylobionte Käfer (xylobiont = das Holz bewohnend, im Holz lebend). Quelle: Ammer (1991)
| Baumart |
Anzahl der xylobionten Käferarten |
| Eiche |
900 |
| Espe | 700 |
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Birke |
700 |
| Weide | 600 |
| Buche | 600 |
| Erle | 500 |
| Linde | 300 |
| Fichte | 300 |
Die
Dimension eines Baumes beeinflusst
die Zahl der Arten, die ihn besiedeln. Je grösser beispielsweise ein Vogel ist, desto mehr Platz
braucht er für den Nestbau. Grosse Vogelarten können dünne Stämme nicht nutzen, währenddem
kleine Vögel in der Lage sind, ihre Brutstätten sowohl in ziemlich dünnen als auch in dicken Stämmen anzulegen. In Bäumen mit grossem Durchmesser nisten demzufolge durchschnittlich mehr Vogelarten als in Schlanken. mehr zu Höhlenbrütern
Die Zusammensetzung der Bryophyten (Moospflanzen), die sich auf einem vom Sturm geworfenen Baumstamm entwickeln, hängt ebenfalls von Baumdurchmesser ab. Dicke Stämme zersetzen sich langsamer und stehen daher als Substrat länger zur Verfügung. Seltene Moos-Arten, die sich nur langsam ausbreiten können, wie Anastrophyllum hellerianum, Calypogeia suecica, Odontoschisma denudatum oder Scapania umbrosa sind auf dickes Holzsubstrat angewiesen, weil dünnes Totholz für diese Arten viel zu schnell abgebaut wird. Im Gegensatz dazu wird dünnes Windwurfholz schneller von aus dem Boden wachsenden Arten besiedelt als die dicken Stämme, deren Oberseite weiter vom Boden entfernt ist.
Die Grösse des
Baumes beeinflusst auch das Mikroklima, das in seinen Baumhöhlen herrscht. Der Wärmeausgleich in einem Hohlraum und der Schutz vor extremen
Temperaturen hängen von der Dichte des umgebenden Holzes ab. Stehende wie auch
liegende dicke Totholzstämme bleiben selbst während Trockenperioden inwendig feucht. So schützen sie Amphibien, Schnecken und andere Organismen, die unter der Rinde oder unter dem Stamm Unterschlupf suchen, vor dem Austrocknen.
Auch die Standfestigkeit von stehendem Totholz hängt stark vom Stammdurchmesser ab. Unter gewissen Klimabedingungen kann ein toter Baum noch jahrzehntelang stehen bleiben. Je grösser der Stammdurchmesser, desto länger dauert auch der Abbauprozess des Holzes am Boden.
Das Mikroklima, das in einem alten oder toten Baum herrscht, wird vom Standort desselben (im Inneren des Bestandes, am Waldrand,...) mitbestimmt. Die Zusammensetzung der verschiedenen Organismen variiert je nach Licht- und Temperaturverhältnissen, Sonneneinstrahlung und Wasserhaushalt.
Auch die Position des abgestorbenen Holzes innerhalb des Baumes (in Wurzel- oder Kronennähe,...) hat Einfluss darauf, welche Organismen dort vorkommen.
Die Palette der Organismen, die einen Baum während seiner Zersetzung besiedeln, setzt sich in jeder Abbauphase anders zusammen. mehr dazu
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Vielfältige Lebensbedingungen und ein ausreichendes, abwechslungsreiches Angebot an Habitatstrukturen sind der beste Garant für eine hohe Artenvielfalt. |